Sonntag, 1. September 2013

Long time, no see


Mein letzter Beitrag ist heute sechs Wochen her. Also doch Sommerpause. Jedenfalls vom Schreiben.
Nach meinem blöden Unfall sah es ja so aus, dass ich vier Wochen im Sport-Koma verbringe. Nach fünf Tagen erweiterte ich zum Glück meinen sportlichen Horizont und stieg aufs Spinning-Rad. Die zwei darauffolgenden Wochen verbrachte ich also im Fitness-Studio. Innerhalb von 16 Tagen saß ich 11 Mal aufm Rad. Mit verschiedenen Belastungsarten, um ein abwechslungsreiches Training zu garantieren, kamen in dieser Zeit 443 km zusammen.
Hier hatte ich dann auch reichlich Zeit zum Nachdenken. Wie schon Anfang des Jahres wurde ich aus dem laufenden Trainingsplan gerissen. Eine Fortführung des 10k-Plans von Daniels hakte ich ab, da ich mit diesem die gewünschte Form erst nach Beendigung der mir wichtigen Wettkämpfe erreichen würde. Außerdem will der Frankfurt-Marathon auch noch vorbereitet werden. Ich wollte Daniels aber treu bleiben und so entschied ich mich für eine zusammengebaute 12-Wochen-Vorbereitung für FFM.
Abgesehen vom Trainingsplan war eine Anpassung der sportlichen Ziele unausweichlich. Die geplanten Steigerungen über 5k und 10k werde ich noch erreichen. Aber sicherlich nicht bei den Wettkämpfen, für die ich sie geplant hatte bzw. habe. Dafür soll über die 42k eine ordentliche Zeit bei rumkommen. 
Unabhängig von meinen Zeiten kann ich allerdings trotzdem etwas Gutes tun. Und so entschied ich, dass ich die kommenden Wettkämpfe für Marks Label "Laufen gegen Leiden" absolviere. Dieses auf der Brust und im Verein und am Besten so weit vorne, wie möglich. 

Dann kam der Moment, wo der Elefant das Wasser lässt. Drei Wochen nach dem Bruch erneuter Besuch beim Doktor. Da er selbst Sportler ist/war, wusste er, dass ich mit Spannung auf eine positive Nachricht wartete. Auf Grund des schönen Röntgenbildes erteilte er mir dann auch umgehend die Lauffreigabe. Wenn das mal nicht mit dieser komischen Mode-Ernährungsform zu tun hat, die mich sektenähnlich gefangen hat...
Jedenfalls ging es nach der Diagnose umgehend nach Hause, direkt in die Laufschuhe und ohne Umwege in den Wald.

Es folgte folgende Laufwoche: 05.08. – 11.08.2013

Mo: p.m. 12km@4:43 fartlek
Di: p.m. 2,32km@4:56, 60 Min. Pilates, 2,33km@4:45
Mi: p.m. 11,60km@5:09
Do: -
Fr: -
Sa: a.m. 2,34km@4:59, 60 Min. Pilates, 2,37km@4:38
So: a.m. 11,69km@4:45

Gesamt 44,65km in sieben Einheiten

Für den Wiedereinstieg moderat und nicht zu übertrieben.
Am Sonntag machte sich mein rechter Fuß bemerkbar. Ich konnte das allerdings nicht so großartig einordnen. Die sich anschließende Woche sollte hier Klarheit bringen:


Training vom 12.08. – 18.08.2013

Mo: p.m. 14,01km@5:08, darin 4x500m Intervalle am Berg
Di: p.m. 60 Min. Pilates
Mi: -
Do: -
Fr: -
Sa: -
So: a.m. 16,53km, darin WK über 10,9km@3:59

Gesamt 30,54km in zwei Einheiten

Am Montag zickte der Fuß schon ziemlich rum. Gehen ging kaum schmerzfrei. Allerdings wollte mein Kopf unbedingt Laufen. Dieses ging auch ganz passabel. Die Intervalle am Berg machten reichlich Spaß und Muskelkater. Am Dienstag siegte dann allerdings die Vernunft und meine Physio. Sie bescheinigte mir eine Schwellung der Lymphen im rechten Fuß. Fünf Tage Laufpause mindestens. Mein „Aber...“ und „Schon wieder?...“ fanden bei ihr kein Gehör. Ich einigte mich mit meinem Gewissen auf Laufpause bis zum nächsten Wettkampf. Hier war mir die Laufpause und das fehlende Tempotraining deutlich anzumerken. Mehr als T-Pace war nicht drin und der Kick am Ende blieb entsprechend aus. Fünfter gesamt und immerhin noch erster Platz der MHK.

Hieran schließt sich die nächste Woche an: 19.08. – 25.08.2013

Mo: p.m. MYRTL-Routine, Yoga
Di: p.m. 60 Min. Pilates
Mi: p.m. 11,29km, darin WK über 5km@3:47
Do: p.m. Yoga, dehnen
Fr: -
Sa: p.m. 17,66km, darin WK über 10,10km@4:11 + WK über 5,4km@4:03
So: p.m. MYRTL-Routine, Yoga, dehnen

Gesamt 28,89km in zwei Einheiten

Diese Woche war viel mehr eine Wettkampf-, als eine Trainingswoche.
Recht spät fiel mir ein, was ich in der lauffreien Phase ausgelassen hatte. So nutzte ich die Pausentage dieser Woche für Kraft + Flex. Um den Fuß weiterhin zu schonen, lief ich zwischen den Wettkämpfen nicht. Für den Lauf am Mittwoch nahm ich mir nichts Großes vor. Mein ursprüngliches Ziel hatte ich ja bereits verworfen. Wie schon am vorangegangen Sonntag blieb der Kick am Ende eher mau. Umso erfreuter war ich beim Blick auf die Uhr und die Verbesserung um 14 Sekunden. Neue PB über 5km also 18:43.

Voll im Eimer beim 5er in Bokel

Am Samstag gingen die Pferde dann mit mir durch. Für den WK über 10,10km war ich bereits gemeldet. Start um 15:00 Uhr.
Noch etwas berauscht und körperlich geschwächt von der zerfeierten Freitagnacht, meldete ich mich für den zweiten Lauf über 5,4km um 16:00 Uhr nach. Für diesen war auch mein Groupie gemeldet.
Beide Läufe waren absolut anstrengend. Nicht zuletzt, weil sie eine für Norddeutschland untypisch kräftezehrende Steigung aufwiesen. Über beide Distanzen wurde ich Sechster gesamt und mein Groupie in ihrem Lauf Siebte Frau. Total unwichtig. Viel wichtiger: Wir beide wurden zusammen drei Mal AltersklassensiegerIn und konnten somit das Laufen gegen Leiden – Shirt zur Schau tragen.

Gut gelaunt zur Halbzeit der 10k in Kellinghusen

Nach diesen wahrlich anstrengenden Wochen (Achtung: Ironie!) hatten Groupie und ich uns unseren Urlaub redlich verdient.
Am Montag ging es dann sogleich in den Harz. Genauer gesagt in die Vegane Bergpension Schulenberg. Fünf Tage nur Völlerei und stundenlange Wandertouren (Achtung: schon wieder Ironie!).
Neben Essen, Städte- und Untertagetouren und kleinen Wanderungen hier nun die aktuelle Urlaubs-Trainingswoche vom 26.08. – 01.09.2013 in der Höhenmeter-Spezialausgabe:

Mo: p.m. 10,53km@6:28 / 618hm / mit Groupie
Di: a.m. 10,14km@6:11 / 562hm p.m. dehnen
Mi: a.m. 19,51km@5:43 / 842hm / mit Groupie p.m. MYRTL-Routine, Yoga, dehnen
Do: -
Fr: a.m. 18,01km@6:13 / 710hm / mit Groupie
Sa: -
So: p.m. 6,39km@4:53

Gesamt 64,58km in fünf Einheiten

Wenn man als Flachlandläufer mal in die Berge kommt, dann will man das auch ausnutzen. Groupie hat sich mir brav angeschlossen. So, wie es sich für einen Pärchenurlaub eben gehört. Die ungewohnten Höhenmeter drückten das Tempo zwar etwas, dafür wächst der Genuss für die Sinne. Und abwechslungsreich war es allemal. Dank gpsies waren bei Anreise bereits ein paar „Wander“-Strecken auf dem Garmin. Das spart das Kartenschleppen. Und da alles ständig im Wandel ist, mussten wir Mittwoch noch vor dem Frühstück einer Baustelle ausweichen. Also rein ins Gebüsch, 500m bergauf durch dichtes Fichtendickicht und gut 500m durch Rodungsschneisen hinunter. Mit dem Hiking-Anteil ist Groupies erste HM-Distanz fast im Sack.
Ansonsten brachten die Läufe viel Spaß und schöne Natur mit sich. Der Fuß hat's größtenteils auch gut mitgemacht. Lediglich am Freitag wurde er ein klein wenig zickig. Der restliche Körper hat sich trotz der Läufe und Wanderungen aber gut erholt.

Rund um den Okerstausee sind's gute 19k

Wie geht's jetzt weiter? Den 12-Wochen-Plan von Daniels musste ich wegen den erneuten Fußbeschwerden über den Haufen werfen. Dafür hat mir Chris einen acht-Wochen-Plan von Greif geschickt, der mir rein optisch sehr zusagt. Viel Mittellanges (in regenerativem Tempo), einmal Tempo-Intervalle und einmal ganz lang mit EB resultiert in hohen Wochenumfängen. Bleibt abzuwarten, was mein Fuß und restlicher Körper dazu sagt. Morgen geht's los!

Kommentare:

  1. Berauscht zwei Wettkämpfe, Respekt :-D Nur nicht zu oft! Und Greif "verbietet" Alkohol in den 8 Wochen vorm Marathon ;-)

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    1. Naja, an den Laufzeiten sieht man ja, wie es sich ausgewirkt hat. Ich werde sowohl Greifs "Verbot" umsetzen, als auch danach nicht über ein gelegentliches Bier hinaus trinken. Dafür fehlen mir einfach die plausiblen Gründe :) Der Abschuss (ausgerechnet vorm WK) war wohl nur mal wieder als Erinnerung gut, wie unnötig das doch ist.

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